Abgeschlossene Masterarbeit von Yannik Kohnke

27.02.2019

Yannik Kohnke stellt seine Masterarbeit zum Thema "Informatikunterricht in der Sekundarstufe I an Gymnasien der Städteregion Aachen" vor.

 

Link zur Arbeit

 

Zusammenfassung

Für nordrhein-westfälische Gymnasien existiert auch im Schuljahr 2018/19 im-mer noch kein Kernlehrplan für das Schulfach Informatik für die Sekundarstufe I, sodass diese den Informatikunterricht eigenständig gestalten müssen. Es stellt sich die Frage, wie der Informatikunterricht aussieht. Welche Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede lassen sich zwischen den Gymnasien feststellen?

Im Rahmen dieser Masterarbeit wird genau diesen Fragen nachgegangen, indem existierende Lehrpläne für den Informatikunterricht in der Sekundarstufe I der Gymnasien der Städteregion Aachen untersucht werden. Zusätzlich wurden 9 Interviews mit Lehrkräften aus der Städteregion Aachen geführt, die für den Informatikunterricht an ihrem Gymnasium verantwortlich sind. Dabei wurde be-sonderer Wert auf vier Kernfragen gelegt: welches schulische Angebot existiert im informatischen Bereich der Sekundarstufe I, welche informatischen Inhalte werden in der Sekundarstufe I vermittelt, welche Qualifikationen haben die Informatiklehrkräfte und welche Tools bzw. Programmiersprachen werden in der Sekundarstufe I eingesetzt. Vor der Auswertung der Lehrpläne und Interviews, wird ein Überblick über den Informatikunterricht in der Sekundarstufe I zu allen 16 Bundesländern, sowie den Ländern Österreich, Schweiz, England und USA gegeben. Dabei sind deutliche Unterschiede in der Ausgestaltung des Informatikunterrichts festzustellen, aber auch gemeinsame Probleme, wie z.B. fehlendem Personal in der Informatik, oder auch der Festlegung auf bestimmte Tools oder Programmiersprachen.

Neben diesem Überblick werden auch existierende Empfehlungen (Bildungs-standards der GI), Vorgaben für andere Schulformen (Kernlehrplan Wahlpflicht-fach Informatik für Gesamt- und Realschulen), ein Modellvorhaben für einen verpflichtenden Informatikunterricht ab Jahrgangsstufe 5, sowie eine erste Studie zu dieser Forschungsfrage vorgestellt.

Die Auswertung der Interviews wird durch eine vorherige Kategorisierung und Codierung der vier Kernfragen umgesetzt. Es wird zudem verglichen, inwiefern die Aussagen aus den Interviews mit den vorhandenen Lehrplänen übereinstimmen bzw. welche zusätzlichen Informationen aus den Interviews gewonnen werden konnten, die so in den Lehrplänen nicht beschrieben wurden.

Insgesamt konnte ein guter Überblick zum Informatikunterricht in der Sekundarstufe I an Gymnasien der Städteregion Aachen gegeben werden. Es konnte festgestellt werden, dass der ITG-Unterricht inhaltlich sehr ähnlich gestaltet ist, die Rahmenbedingungen, in welchen Jahrgangsstufen und in welchem zeitlichen Umfang dieser stattfindet jedoch sehr unterschiedlich ist. Es konnte zudem aufgezeigt werden, dass der Informatikunterricht im Wahlpflichtbereich zwischen den Gymnasien starke Unterschiede aufweist, einzelne Themen, wie z. B. HTML, jedoch an fast jedem Gymnasium thematisiert werden. Im Ausblick finden sich weitere Möglichkeiten diese Forschungsarbeit fortzusetzen bzw. andere Forschungsschwerpunkte im Bereich des Informatikunterrichts der Sekundarstufe I zu legen.